Queer und Medien: Sichtbarkeit, Identifikation und Aktivismus

Queer und Medien: Sichtbarkeit, Identifikation und Aktivismus
// mit Dr. Yener Bayramoglu

Zur Facebookveranstaltung
Zoom-Meeting am 28.10.2021 ab 18 Uhr beitreten über:
https://zoom.us/j/99561921612
Meeting-ID: 995 6192 1612

Medien sind untrennbar vom alltäglichen Leben. Insbesondere die Verbreitung digitaler Medien haben die Verwobenheit des Lebens mit den Medientechnologien zu einer neuen Dimension geführt. Wie wir unser Leben interpretieren, gestalten und innerhalb einer Gesellschaft und Kultur positionieren, sind Prozesse, die ohne die Involvierung unterschiedlicher Medientechnologien und -formate nicht zu verstehen sind. Die Frage danach, wie Sexualitäten, Geschlechtsidentitäten, Begehren sowie das binäre Gschlechtersystem mit den Medien verwoben sind, ist relativ neu. Während Medien unsere Vorstellungen von sexuellen und geschlechtlichen Identitäten prägen, prägen auch unsere sexuellen und geschlechtlichen Identitäten die Art und Weise, wie wir Medien konsumieren, nutzen und wahrnehmen. Dabei bietet die Schnittstelle zwischen Medien und Queer Studies einige fruchtbare Möglichkeiten, um Konzepte zu Identität, Körper, Geschlecht, Sexualität und Begehren neu zu denken.

In dieser Veranstaltung werden drei unterschiedliche Aspekte zur Schnittstelle von Queer Studies und Medien aufgezeigt. Zunächst wird Anhand medialer Bilder und Texten illustriert, wie Medien Heteronormativität reproduzieren. Ähnlich wie viele andere Konzepte sind jedoch auch Medien in ihren Ambiguitäten zu verstehen. Während Medien Heteronormativität reproduzieren, können sie gleichzeitig auch neue Räume für queere Sichtbarkeit eröffnen, die zuvor nicht existierten. Die Geschichte der queeren Sichtbarkeit in der Boulevardpresse zeigt genau eine derartige Ambiguität. Das zweite Fallbeispiel basiert auf qualitativen Interviews, die 2019 und 2020 mit LGBTIQ+ Menschen in Deutschland geführt wurden. Die Interviews zeigen, was für eine Bedeutung Medien in queeren Biographien und Lebensverläufen haben können. Während die Entdeckung eines Films über queere Liebe das Coming-Out von Menschen erleichtern kann, können die hasserfüllten Bilder und Texte in digitalen Medien zu negativen Folgen auf die Selbstwahrnehmung führen. Das letzte Fallbeispiel wird den Fokus auf queeren Aktivismus verschieben. Anhand von ethnographischen Beobachtungen wird aufgezeigt, was für neue aktivistische Möglichkeiten digitale Medien während der COVID-19-Pandemie boten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.