Vortrag

Vortrag: (Queer)-Feministischer Porno?

(Queer-)feministischer Porno? – Zum Wandel einer Männerdomäne
// Mit Madita Oeming

// Über Jahrzehnte wurden Pornos von Cis-Männern für Cis-Männer gemacht. Zu Recht sprechen wir von der „MALEstream“-Pornografie, die die Konventionen und die Bildsprache des Mediums dementsprechend geprägt hat: ein klarer Fokus auf männliche Lust, gesehen durch den male gaze.
Doch es ändert sich etwas in der Branche! Das schon in den 70er Jahren geborene Genre des sich selbst als feministisch beschreibenden Pornos gewinnt mehr und mehr an Momentum und eine immer breitere Sichtbarkeit.
Wie sehen diese Filme aus und wodurch genau unterscheiden sie sich von malestream-Darstellungen?
Kann ein pornografischer feminist gaze gelingen? Wo liegen Grenzen oder Herausforderungen? Wie queer oder transinklusiv ist der feministische Porno? Welche Rolle spielen die Produktionsbedingungen? Und wird das Label manchmal instrumentalisiert? Diesen und weiteren Fragen möchte ich mich anhand ausgewählter Beispiele nähern. Während des Vortrags wird pornografisches Bild- und Filmmaterial gezeigt. Teilnahme daher nur für all diejenigen, die volljährig sind und sich zudem damit wohlfühlen.

// Madita Oeming wurde 1986 in Bonn geboren, wuchs in Berlin auf und ging zum Studium nach Göttingen. Hier hat sie drei Jahre lang am Literaturhaus und für den Göttinger Literaturherbst
gearbeitet und etliche Lesungen organisiert und betreut. In ihrer Rolle als Gesprächspartnerin hat sie bereits Abende mit Margarete Stokowski oder Anne Wizorek moderiert und wurde unter anderem von Mithu Sanyal für den WDR interviewt. Seit Oktober 2016 ist Madita Oeming wissenschaftliche
Mitarbeiterin in der Amerikanistik der Uni Paderborn, wo sie amerikanische Literatur- und Kulturgeschichte unterrichtet. Ihren Master in American Studies hat sie von der Uni Göttingen erhalten
und damals bereits mit Ihrer Abschlussarbeit “Moby’s Dick” die Arena der Porn Studies betreten, in welcher jetzt auch ihr Dissertationsprojekt angesiedelt ist. Dieses trägt den Arbeitstitel “Porn Addiction – America’s Moral Panic of the Digital Age” und widmet sich dem gegenwärtigen US-amerikanischen
Diskurs um die sogenannte Pornosucht. Sie hat im Porn Studies Journal bereits zu diesem Thema publiziert, international dazu vorgetragen und kürzlich auch in der deutschen VICE dazu geschrieben. Sie versucht über journalistische Foren aber auch als aktive Twitter-Nutzerin ihre Forschungsinhalte in eine breitere Öffentlichkeit zu tragen. Im Frühjahr 2018 war Madita Oeming als Gastwissenschaftlerin im Women and Sexuality Studies Program an der Tulane University in New Orleans, USA. Als Gastsprecherin hat sie bereits an diversen Universitäten zu feministischem Porno gesprochen und ist auch mit der Szene selbst eng verbunden, ist zum Beispiel Teil des Programms des diesjährigen Berliner Pornfilmfestivals. Sie hat außerdem eine Sonderausgabe der Zeitschrift Genderforum mitherausgegeben, zu der sie einen Artikel zum aktuellen Trend der Intimchirurgie bei westlichen
Frauen in Hinblick auf die Kulturgeschichte der Vulva beigetragen hat. Kurzum, ihre Forschung befindet sich an der Schnittstelle von Gender Studies, Cultural Studies, Medienwissenschaft, und
Amerikanistik. Dabei arbeitet sie stets nah an gegenwärtigen
feministischen Fragestellungen.

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